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Bewegung

Aktivierung und Regulation bei Erschöpfung

Bewegung bei Burnout

Körperliche Bewegung ist eine der wirksamsten nicht-medikamentösen Maßnahmen bei Erschöpfung – wenn sie richtig dosiert ist. Der häufigste Fehler: Betroffene treiben entweder gar keinen Sport mehr oder sie überfordern sich mit dem Gedanken, “jetzt endlich fit werden zu müssen”. Beides hilft nicht.

Kinder beim Sport

Kinder beim Sport

Bewegung ist ein wichtiger Zugang zum Körper und damit zu Ihren Emotionen und der Regulation der Gefühle. Muskeln wollen sich, wie unsere Gefühle auch, aktiv zeigen und auch wieder entspannen. Über dieses simple Prinzip kommen Sie wieder ins Gleichgewicht.

Warum Bewegung bei Erschöpfung hilft

  • Bewegung reguliert das Stresshormon Cortisol – es sinkt nach moderater Aktivität
  • Ausdauersport fördert die Ausschüttung von Serotonin und Endorphinen
  • Langsames Laufen oder Walken erhöht nachweislich den Testosteronpegel
  • Regelmäßige Bewegung verbessert den Schlaf
  • Körperliche Aktivität bringt wieder Kontakt zum eigenen Körper – der in der Erschöpfung oft verloren gegangen ist
  • Bewegung in der Natur (Walken, Wandern) hat zusätzlich beruhigende Wirkung.

Zu müde für alles?

Wer zu müde ist, sich zu Bewegung aufzuraffen soll es ganz langsam angehen. Mit vertiefter Atmung, mit Blick in die Natur und offenen Sinnen. Die Zeit dazu wird fix eingeplant, sich dabei nicht überfordern. Es wird nicht gleich so wie früher klappen, als Sie 10 Jahre jünger und noch nicht erschöpft waren. Tägliche Dosis 1x, nach einer Woche sehen Sie erste positive Veränderungen.

Das richtige Maß

In der akuten Erschöpfungsphase ist Weniger mehr. Beginnen Sie mit kurzen Spaziergängen von 15–20 Minuten täglich. Intensiver Sport wie Hochintervalltraining (HIT) oder zu schnelle Ausdauerläufe über 45 Minuten können in der akuten Phase die Erschöpfung verschlimmern. Der Körper braucht zuerst Stabilisierung, danach Aufbau. Geeignetere Bewegungsformen sind langsames Laufen oder Joggen, da sie helfen, den Stresspegel zu regulieren. Auf Anstrengung erfolgt Entspannung.

  • Gehen und Walken: Einfach, überall möglich, reguliert das Nervensystem
  • Yoga und Tai Chi: Verbinden Bewegung mit Atemübungen und Achtsamkeit
  • Schwimmen: Schont die Gelenke, hat eine beruhigende Wirkung
  • Radfahren: Besonders in der Natur wirksam
  • Tanzen: Verbindet Bewegung mit sozialem Kontakt und Freude

Körperwahrnehmung als Ziel

Buchcover Laufen und Joggen

Buchtipp

Bei Burnout ist der Kontakt zum eigenen Körper oft verloren gegangen. Bewegung – besonders langsame, achtsame Bewegung – hilft dabei, diesen Kontakt wiederherzustellen. Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist eine psychotherapeutische Methode, die genau diesen Ansatz verfolgt.

Fragen Sie bei Bedarf Ihre/n Psychoherapeuten/therapeutin nach körpertherapeutischen Ansätzen. Mehr zu ergänzenden Maßnahmen finden Sie auch unter Entspannung und Ernährung.