
Körpersignale ernst nehmen
Entstehung der Symptome
Beim erschöpften Menschen führt meist mehr der Körper die Regie auf der Lebensbühne. Er bestimmt mit seinen Ausfällen, was gespielt oder nicht mehr gespielt werden kann. Dies ist eine Schutzfunktion, ob Sie wollen oder nicht.
Medizinisch lässt sich das meist so erklären: Die seelische Lage steht über das vegetative Nervensystem in direkter Verbindung zum gesamten Organsystem und den Regelkreisen im Körper. Funktionen werden auf diese Weise gesteuert, gebremst oder beschleunigt. Das alles geschieht unwillkürlich – die Körpersignale können kaum manipuliert werden.
In der Erschöpfung werden Symptome als eine Art “Organsprache” sichtbar, ohne dass medizinische Befunde dafür festgelegt werden können. Aber auch aus einer harmlosen Funktionsstörung kann sich mit der Zeit etwas verselbständigen und organischen Schaden anrichten.
Häufige Körpersymptome bei Erschöpfung
- Schwächung der Immunreaktion, häufige Infekte
- Unfähigkeit zur Entspannung in der Freizeit (chronische Verspannung im Rückenbereich)
- Schlafstörungen, Alpträume
- Sexuelle Probleme wie z.B. erektile Dysfunktion, Libidoverlust
- Gerötetes Gesicht, erhöhter Blutdruck (gestauter Ärger)
- Herzklopfen, beschleunigter Puls
- Gefühl unter Strom zu stehen, elektrische Impulse in Händen oder Füßen
- Engegefühl in oder Druck auf der Brust, Atembeschwerden
- Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, chronische verhärtete Muskelpartien
- Schmerzzustände (anhaltende somatoforme Schmerzstörung)
- Nackenschmerzen, Halswirbelsäuleprobleme, Drehschwindel
- Kopfschmerzen, Tinnitus, nervöse Tics
- Verdauungsstörungen, Übelkeit, Druck in der Magengegend
- Ungünstig veränderte Essgewohnheiten und Gewichtsveränderungen
- Veränderter Konsum von Alkohol, Kaffee, Tabak oder anderen Drogen
Wichtiger Hinweis
Stress im Körper macht etwas mit uns
Mögliche Botschaften in “Organsprache”
Die folgende Liste ist nicht als wissenschaftlich definierte Zuordnung anzusehen, sondern als Anregung, den eigenen Körper und seine Ausdrucksformen deutlicher wahrzunehmen.
| Körperliche Ebene | Fragen dazu |
|---|---|
| Schwächung der Immunreaktion | Wen oder was muss ich abwehren? Was bedrängt meine Schutzschranken? |
| Chronische muskuläre Spannung | Immer unter Strom stehen, ständig unter Dampf, in Bewegung bleiben ohne Rast |
| Schlafstörungen | Etwas lässt mir keine Ruhe, ich kann mich nicht davon abwenden, es hält mich wach(sam) - alarmiert mich |
| Sexuelle Probleme | Sich nicht mehr hingeben können, niemanden näher heranlassen |
| Gerötetes Gesicht | Zeichen starker Emotionen (Zorn, Scham) steht ins Gesicht geschrieben |
| Herzklopfen, erhöhter Puls | Alarm! Flucht, Gefahr, Ärger – nicht mehr herunter-kommen |
| Engegefühl in der Brust | Stein am Herzen, schwere Sorgen, Lasten, kein Auf- und Durchatmen erlaubt |
| Erhöhter Blutdruck | Unter Druck stehen, es fließt mehr durch – als innen Platz ist, es muß mehr bewältigt werden, als mir möglich |
| Muskelverspannungen | Anspannen, Durchhalten, dagegen halten, einseitige Last tragen |
| Drehschwindel | Ich weiß nicht mehr wohin ich mich wenden soll, mein inneres Gleichgewicht ist gestört |
| Schmerzen in Rücken, Nacken | Immer tragfähig bleiben wollen, große Last am Rücken, Angst im Nacken |
| Kopfschmerzen | Kopfzerbrechen, unter Druck von oben stehen, angestrengter Blick |
| Verdauungsstörungen | Schlucken müssen, es gärt innerlich, etwas nicht integrieren können |
Wer auf die Zeichen im Körper achtet, begibt sich als aufmerksamer Zuschauer zur eigenen “Körperbühne” und kann vielleicht rechtzeitiger einen Handlungsbedarf erkennen. Geduldiges Arbeiten und mehr Fürsorge für sich selbst sind jetzt angesagt.