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Burnout Diagnose

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Die Gesichter der Erschöpfung

“Burnout” ist wie erwähnt keine offizielle psychiatrische Diagnose im Sinne des ICD-10 oder DSM-5. Das macht die Diagnose schwierig – und führt dazu, dass Betroffene oft lange von Arzt zu Arzt gehen, ohne eine klare Antwort zu bekommen. Gleichzeitig ist Erschöpfung real und behandlungsbedürftig.

Abgrenzung zur Depression

Burnout und Depression überschneiden sich in vielen Symptomen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Entstehungsgeschichte: Burnout entsteht typischerweise im Kontext von Überlastung und übermäßigem Einsatz. Depression kann auch ohne äußere Belastung auftreten und hat häufig eine stärkere biologische Komponente (Serotoninstoffwechsel).

Im fortgeschrittenen Stadium kann aus einem Burnout eine klinische Depression werden – dann braucht es in der Regel auch psychiatrische und medikamentöse Unterstützung.

Das Wichtigste zur Diagnose

Burnout ist keine offizielle Diagnose im ICD-10 — jedoch ist ein Erschöpfungszustand sehr wohl real und behandlungsbedürftig.

Erschöpfung unterschiedliche Gesichter haben. Manche BO-Symptome entsprechen denen einer reaktiven Depression z.B. das Gefühl von Sinnverlust, sozialer Rückzug, tiefe Müdigkeit und die fehlende Motivierbarkeit. Aber auch heftige Gereiztheit und emotionale Unausgewogenheit.

Chronische Schmerzzustände fallen ebenfalls in diese Kategorie, obwohl Sie selbst vielleicht noch keinen Zusammenhang sehen. Unterschiede zu anderen Formen von Depression liegen vor allem in der Entstehungsgeschichte. Diese kann mit Arbeit | Leistung | Überlastung | sozialer und jedenfalls mit emotionaler Belastung zu tun haben.

Bei manchen Menschen zeigen sich Unruhezustände bis hin zu Angst-Panik. Wegen der unterschiedlichen persönlichen Biografien (und der unterschiedlichen Widerstandskraft = Resilienz) wirken sich die Belastungen immer individuell aus.Später braucht es daher auch individuelle Lösungen.

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Folgende Erkrankungen sollten vor einer Burnout-Diagnose ausgeschlossen werden:

  • Schilddrüsenerkrankungen (Unter- und Überfunktion) – verursachen ebenfalls Erschöpfungsgefühle, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen
  • Anämie (Blutarmut) – führt zu bleierner Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • Schlafapnoe – gestörter Nachtschlaf trotz ausreichender Schlafzeit wirkt auf das Gehirn ein
  • Diabetes mellitus – Erschöpfung als Begleitsymptom
  • Autoimmunerkrankungen, Borreliose – vielfältige unspezifische Symptome
  • Long-Covid – Erschöpfung als Langzeitfolge einer Covid-Erkrankung
  • ME/CFS – als ein eigenständiges Krankheitsbild bei Entzündungsprozessen und teils noch unklarem Hintergrund

Der erste Schritt führt zum Hausarzt

Bevor Sie sich selbst eine Burnout-Diagnose stellen, lassen Sie sich ein gezieltesBlutbild. Ein gutes Basislabor umfasst: Blutbild, Schilddrüsenwerte (TSH), Eisen, Vitamin B12, Vitamin D und ggf. Cortisol. Erst wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, kann man gezielter über psychische Erschöpfung sprechen.

Was ein Psychotherapeut zur Diagnose beiträgt

In der psychotherapeutischen Diagnostik geht es weniger um Kategorien als um das Verstehen der individuellen Geschichte: Wie ist es dazu gekommen? Welche Muster, Überzeugungen und Lebensereignisse haben dazu beigetragen? Diese Fragen sind für die Behandlung wesentlich wichtiger als die korrekte Zuordnung zu einer Diagnosekategorie.

Mehr zur individuellen Entstehungsgeschichte finden Sie im Fallbeispiel.